Anlass ist die Bewertung des Doppelhaushalts 2027/2028 durch die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Ulf Jürgensen, Landesvorsitzender des VLWN, begrüßt grundsätzlich jede zusätzliche Investition in Bildung. Für die berufsbildenden Schulen bleiben aus seiner Sicht aber zentrale Fragen offen.
Die Kritikpunkte
- Lehrkräfte: Zusätzliche Stellen sind nur dann ein Erfolg, wenn sie auch besetzt werden. Wie qualifiziertes Personal gewonnen werden soll, lässt die Landesregierung nach Ansicht des VLWN offen.
- Sichtbarkeit: Die berufliche Bildung kommt in der öffentlichen Debatte erneut kaum vor – obwohl die Schulen Fachkräfte qualifizieren, die duale Ausbildung sichern, zur Integration junger Zugewanderter beitragen und den digitalen und ökologischen Wandel begleiten.
- Digitalisierung: Endgeräte allein reichen nicht. Es fehlt an IT-Support, der Wartungsaufwand wächst, und bei Werkstätten, Laboren und Fachräumen gibt es einen Investitionsstau.
- Belastung: Verwaltungsaufgaben, Erlasse ohne zusätzliche Ressourcen, Dokumentationspflichten und Personalengpässe verdichten die Arbeit. An vielen Schulen ist die Belastungsgrenze erreicht.
Zum Personal sagt Jürgensen: „Neue Stellen auf dem Papier lösen das Problem nicht.“
Fünf Forderungen des VLWN
- ein landesweites Programm zur Gewinnung von Lehrkräften für berufsbildende Schulen – mit attraktiveren Wegen für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger und mehr beruflichen Fachrichtungen im Lehramtsstudium
- zusätzliche Verwaltungsfachkräfte an allen berufsbildenden Schulen sowie weniger Berichtspflichten, Datenerhebungen und Doppelstrukturen
- eine gezielte Investitionsoffensive für Werkstätten, Labore und digitale Lernumgebungen auf dem technischen Stand moderner Betriebe
- eine verlässlich finanzierte, professionelle IT-Administration, damit Lehrkräfte Netzwerke und Systeme nicht länger nebenbei betreuen müssen
- mehr Sprachlernklassen, sozialpädagogische Fachkräfte und multiprofessionelle Teams für die Integration neu zugewanderter junger Menschen, ausgerichtet am tatsächlichen Bedarf
Das Fazit des Verbands: Der Doppelhaushalt enthält richtige Ansätze, bleibt aber hinter dem zurück, was die berufliche Bildung für Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Integration braucht.
Grundlage: Beitrag vom 28. September 2026 auf vlwn.de (Stand: Oktober 2026)





